Flores – Auf zwei Rädern über die Insel / Teil 2

Categories: 19_Indonesien, Videos
Published on: 28. Oktober 2015

Siebte Etappe: Leko Lembo – Labujanbajo 230 km

Am letzten Tag hieß es Kilometer machen. Wir wollten bis nach Labuanbajo fahren. Wir starteten früh und kamen gegen späten Nachmittag an. Wir sahen uns noch die Strände vor Ort an. Diese konnten uns aber nicht überzeugen und so fuhren wir zum Hotel und checkten ein.

Unsere Tour war echt klasse und hat riesigen Spaß gemacht. Wir sind zum größten Teil die serpentinenreiche Trans-Flores-Schnellstraße gefahren. Insgesamt waren es 1100 km in 7 Tagen. Mit einem Roller versteht sich. 😉

Die letzten Tage auf Flores verbrachten wir wieder in Labuanbajo. Der Ort gefiel uns nicht wirklich. Es ist eine kleine Küstenstadt die voll und ganz auf Touren verkaufen und Tauchen eingestellt ist. Ein Hotel, Restaurant, Reisebüro und Tauchcenter neben dem Anderen. Labuanbajo ist Ausgangsort um auf die Insel Komodo oder die Insel Rinca überzusetzen. Dort gibt es die weltbekannten Komodowarane und man kann im Komodo Nationalpark tauchen gehen. Die Warane sind faule, gefährliche und bis zu 3 m große Echsen. Wir haben letztendlich keine Tour auf die Inseln gemacht. Sehen sie doch ähnlich aus wie die Warane aus Malaysia.
Aber wir wollten unbedingt tauchen gehen. Schon bei der Ankunft auf Flores lernten wir Tim, ebenfalls aus Deutschland, kennen. Er arbeitete im Bajo Dive Club als Divemaster. So buchten wir dort einen Tagestrip mit drei Tauchgängen im Komodo Nationalpark (1700000Rp./116€/2P). Tim war natürlich unser Tauchguide.
Früh am nächsten Morgen trafen wir uns. Wie sich herausstellte waren wir heute die Einzigen an Bord. Bevor es los ging mussten wir uns noch Eintrittskarten für den Nationalpark kaufen, unverschämte 150000Rp./10€ p.P/Tag ( vor 1 1/2 Jahren waren es noch 20000 Rp./ 1€ für 3 Tage). Am Boot angekommen hieß es warten. Keines der Tauchboote bekam, aufgrund zu hoher Wellen, eine Ausfahrgenehmigung aus dem Hafen. Nach über einer Stunde erfuhren wir, dass heute niemand in den Nationalpark fahren darf und die Tauchgänge nur im umliegenden Gewässer stattfinden dürfen. Also wurden neue Tauchplätze ausgesucht.
In Indonesien scheint es normal zu sein, dass einem das komplette Tauchequipment vorbereitet und aufgebaut wird und man nur noch hineinschlüpfen muss. Das ist mal Service am Kunden. So etwas kannten wir aus Thailand oder Malaysia noch nicht. Um mehr Routine zu bekommen, wollten wir es dennoch selbst machen, typisch deutsch. Obwohl wir nicht weit raus gefahren waren hatte Lisa ganz schön mit Übelkeit zu kämpfen. Der Wellengang war nicht ohne und sie war jedes mal froh ins Wasser springen zu dürfen und abzutauchen.
Es war das erste mal Strömungstauchen für uns. Was bedeutet, man fängt an gegen die Strömung zu tauchen, wenn diese zu stark wird dreht man um und lässt sich zur anderen Richtung treiben (zickzack Tauchen). Das Gute ist, da Taucher bekanntlich sehr faule Sportler sind, dass man vom Boot dort abgeholt wird wo man auftaucht und nicht wie bisher immer versuchen muss zum Boot zurück zu finden. Nach zwei Tauchgängen gab es Mittagessen, gebratener Reis mit Meeresfrüchten. Auch für den Hunger und Durst zwischen den Tauchgängen wird gut gesorgt. Es gab Kaffee, Tee, Wasser, Obst, Kekse und Donuts. Mit jedem Tauchgang machte es uns mehr Spaß. Mittlerweile können wir es richtig genießen. Wir sahen eine Riesenschildkröte, die wir länger beobachteten. Sie sind einfach immer wieder toll anzusehen.

Wir tauchen ab – Insel Flores – Indonesien — Juli 2015 from reisephasen on Vimeo.

Nach unserem letzten Tauchgang, um einen Felsen herum, dauerte es länger als gewohnt bis uns unser Boot aufsammelte. Gut das man eine Tarierungsweste trägt, diese wird einfach aufgepustet und man schwimmt auf dem Wasser. Wir hatten nur mit der Strömung und den Wellen etwas zu kämpfen. Alle Versuche uns bemerkbar zu machen scheiterten. Nach einer Weile kam ein Boot, doch es sah nicht nach unserem aus. Eine starke Windböe hatte das komplette Dach abgerissen und die Crew war damit beschäftigt die Holzteile aus dem Wasser zu fischen. Ok, also ging es ohne Dach zurück ans Festland. 😉

Wir ärgerten uns natürlich so viel Geld für den Nationalpark ausgegeben zu haben und nicht darin gewesen zu sein. Der Ticketschalter hatte bereits geschlossen. Von der Tauchschule bekamen wir einen kleinen Anteil zurückerstattet, da die Tauchgänge außerhalb des Nationalparks günstiger sind. Aber das mit den Tickets für den NP wollten wir nicht auf uns sitzen lassen. So gingen wir am nächsten Tag erneut zum Ticketschalter. Der Angestellte war sehr überrascht, dass wir nach der Erstattung der Tickets fragten. Anscheinend hat sich noch nie jemand beschwert. Nachdem Lisa ihm alle Gründe aufzählte warum das so nicht geht, gab er uns ohne Kommentar das Geld zurück. Yippie… 😉

Den letzten Abend ließen wir, am Hafen, mit gegrilltem Fisch ausklingen. Einfach lecker…

Nach 11 Tagen auf Flores wollten wir die Insel verlassen. Diesmal hieß es drei Inseln zu überqueren. Wir buchten ein Kombiticket bis auf die Insel Lombok (900000Rp./61€/2P). Wir hörten schon im Vorfeld, dass die letzten Fähren wegen zu starkem Wellengang (bis zu 10 m) nicht fahren konnten. Ebenfalls war der Flugverkehr still gelegt, da auf Sumatra ein Vulkan ausgebrochen ist. Es gab kein vor und zurück mehr. Wir checkten trotzdem planmäßig aus unserem Hotel aus und liefen zum Fähranleger. Wir erfuhren das heute und für die ganze Woche keine Fähre mehr fahren sollte. Also ging es zurück zu unserem Hotel und wir checkten erneut ein. Keiner wusste wann die Fähre wieder fahren würde, es hing alles vom Wetter ab.
Abends, am Weg zum Abendessen, kamen wir erneut am Fähranleger vorbei. Diesmal war der Angestellte da, der uns die Fährtickets verkaufte. Er erzählte uns, dass heute Nacht eine Passagierfähre aus Sulawesi käme mit der wir fahren könnten. Die Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen. Bevor wir noch eine Woche hier fest sitzen würden. Also schnell etwas essen und zurück ins Hotel, ihnen begreiflich machen das wir wieder auschecken wollen und gerne einen Teil unseres Geldes zurück hätten. Auch das war kein Problem, so bekamen wir die Hälfte des Zimmerpreises zurück erstattet.
Die restlichen Stunden, bis zum Ablegen der Fähre, verbrachten wir im Scooperific-Cafe bei französischem Crêpe mit Nutella und Banane. Mmmh lecker… Gegen 23 Uhr begaben wir uns zur Fähre und mit uns gefühlte tausend andere Menschen. Wir warteten bis 1 Uhr morgens bis das riesige Schiff endlich einfuhr. Aber es war bereits voll. Wo sollten wir und die restlichen tausend Menschen hin? Ist das noch sicher? Viele Gedanken gingen uns durch den Kopf. Alle Ausländer wurden erst einmal aussortiert. Wir waren zuletzt dran, durften aber letztendlich alle aufs Schiff. Darauf angekommen bot uns ein Bild, welches uns an ein „Sklavenboot“ erinnerte. Überall, wirklich jeder Zentimeter vom Schiffsboden lag mit Personen voll. Es blieb uns nichts anderes übrig als uns ebenfalls dazu zulegen, wir waren müde und die Fährfahrt dauerte 9 h. Auf unseren Rucksäcken konnten wir ein wenig Schlafen, bis wir am nächsten Morgen gesund auf der Insel Sumbawa ankamen. Was wir später erfuhren war, dass das Schiff aus Sulawesi nur einmal im Monat fährt und aufgrund des Wellengangs später auf Flores ankam. Was hatten wir ein Glück. Wer weiß wie lange wir sonst noch fest gesteckt hätten. 😉

Von jetzt an ging es per Bus, Fähre, Bus weiter bis auf die Insel Lombok. Wir kamen mitten in der Nacht am Busbahnhof in Mataram an. Ab hier mussten wir unseren Weg auf die Gili Inseln wieder selbst organisieren. Ein Pärchen, mit dem gleichen Weg, teilte sich ein Bemo zum Fähranleger mit uns (200000Rp./14€/4P). Natürlich zu einem saftigen Nachttarif. Aber so waren wir schon fast an unserem Ziel. Am Hafen in Bangsal angekommen erwartete uns bereits ein geschäftstüchtiger Mann, der uns für den 20 fachen Preis noch heute Nacht auf die Insel Gili Meno bringen wollte (nur 8 km vom Festland entfernt). Wir lehnten dankbar ab und verbrachten die Nacht erneut auf unseren Rucksäcken am Fähranleger…


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