Neuseeland – großartige Landschaften – Teil VI

Categories: 22_Neuseeland
Published on: 22. März 2016

Die Südinsel: Fox Gletscher nach Monkey Island (1000 km)

Nach den Gletschern ging es durch die Berge nochmal ins Inland. Vorbei am Lake Wanaka statteten wir dem gleichnamigen Ort einen Besuch ab. Bevor wir dort aber ankamen fingen wir ganz schön an zu Schwitzen. Unsere Tanknadel war schon sehr lange im roten Bereich, aber alles ging gut und wir fanden kurz vor knapp eine Tankstelle.

Die Kleinstadt Wanaka mit 7200 Einwohnern liegt im Queenstown-Lakes-Distrikt und wird von Bergen eingerahmt. Uns gefiel das Städtchen am See richtig gut. Der Blick über den Lake Wanaka und die entspannende Atmosphäre am Wasser war super. In der Nähe erkundeten wir noch den Hausberg. Wir liefen die 240 m auf den Mount Iron hoch und wurden mit einer super Aussicht belohnt.

Heute fuhren wir nur noch ein paar Kilometer zu unserem nächsten Stellplatz. Am Lake Dunstan gibt es herrliche Plätze für Backpacker. In den vier Tagen, die wir hier verbrachten wurde aber schon der erste kostenlose Stellplatz für Fahrzeuge ohne Toilette geschlossen. Ruck zuck wurde ein großes Verbotsschild angebracht und der Platz stand ab sofort nur noch für Wohnmobile zur Verfügung. 🙁
Somit kam für uns nur noch das Ostufer des Sees in Frage. Jedenfalls war der kostenlose Platz zu unserer Zeit noch geöffnet. (November 2015) Die Tage am See vergingen wie im Fluge. Wir lasen Bücher, schrieben Blog, kochten, wanderten und nahmen öfters ein Bad im eiskalten Wasser. 😉

In der Stadt Cromwell, die am Ende des Lake Dunstan liegt, füllten wir unsere Reserven auf bevor es weiter Richtung Queenstown ging. Die Region um Cromwell ist für ihren Wein- und Obstanbau bekannt.

Kurz vor der Stadt Queenstown sahen wir für was die Stadt auf der ganzen Welt bekannt ist, für ihre Outdoor- und Extremsportarten. An der bekannten Kawarau Bridge hielten wir und schauten uns die Bungee Jumper an. In der ehemaligen Goldgräberstadt kann man alles machen was zu Lande, zu Wasser und in der Luft angesagt ist. Im Winter ist es eins der beliebtesten Wintersportgebiete Neuseelands. Das Zentrum, der 12200 Einwohner Stadt, ist voller kleiner Bars und Cafés. Wir hatten keine Mühe zu sehen, dass Queenstowns Kassen hauptsächlich vom Tourismus gefüllt werden. Die Lage am Lake Wakatipu und zwischen den Bergen ist herrlich und auf jeden Fall lohnt es sich mal hier vorbeizuschauen. Wir fuhren zu zwei Aussichtspunkten und schauten uns die Stadt von oben aus an.

Gegen Nachmittag ging es weiter ins Southland, der südlichsten Region Neuseelands. Highlight dieser Region ist der Fiordland-Nationalpark. Der Nationalpark ist der größte in Neuseeland und wird von Fjorden, Gebirgen und Seen durchzogen. Durch die Ortschaft Te Anau ging es über die SH94, den Milford Sound Highway, zum Milford Sound.

Wir wählten den ersten Campingplatz nach Te Anau aus, den Henry Creek Stellplatz. Er liegt direkt am Lake Te Anau. Alle Stellplätze am Weg zum Milford Sound werden vom DOC betrieben und kosten 6 NZD p.P.. Gerne hätten wir die Gebühr bezahlt, doch leider gab es keine Umschläge mehr. 😉

Auf dem Weg zum bekanntesten Fjord, der einzige der mit dem Auto erreichbar ist, gibt es einige Sehenswürdigkeiten. In dieser Region könnten wir Wochen verbringen. Etliche Wanderwege und Great Walks führen durch die Berge zu den Fjorden. Wir hielten am Mirror Lake, einem See, der die Berge einfach unglaublich gut reflektiert. Aber nur wenn es windstill und die Wasseroberfläche ruhig ist. 🙁

Danach kam der Lake Gunn, der uns mit seiner traumhaften Lage begeisterte und an dem es windstill war. So kamen wir doch noch zu schönen Bildern mit den Bergen, die sich im See spiegelten.

Hinter jeder Kurve hatten wir super Ausblicke in Täler und auf die Berge mit den schneebedeckten Gipfel. Als wir am Homer Tunnel ankamen mussten wir erst einmal warten. Der Tunnel ist bei hohem Verkehrsaufkommen nur einspurig befahrbar und wird durch eine Ampel geregelt. Während des Wartens konnten wir den Keas zuschauen wie sie sich über die Fahrzeuge hermachten oder uns auf dem Außenspiegel begrüßten. Der Homer Tunnel ist 1270 m lang und man muss eine Steigung von 11 Prozent überwinden. Wir haben gehört, dass in den Wintermonaten die Ampelanlage immer abgeschaltet bleibt, da es sicherer ist im Tunnel in den Gegenverkehr zu geraten als beim Warten von einer Schneelawine getroffen zu werden.

Nach dem Tunnel geht es eine Serpentinenstraße hinunter Richtung Milford Sound. Auf dem Weg dahin liefen wir noch einen 10 min Wanderweg zu The Chasm. Dies sind große ausgewaschene Felsen in denen sich mittlerweile Stromschnellen und Wasserfälle gebildet haben. Unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen und so ging es direkt weiter zum Tagesziel.

Am Milford Sound wurden wir mit herrlichem Wetter empfangen, was echt eine Seltenheit ist. Die Region gehört zu den regenreichsten der Erde. Wir parkten unseren Van und schauten uns das Gebiet zu Fuß an. Zuerst verschafften wir uns von einem Aussichtspunkt aus einen Überblick. Wir hatten einen super Blick in den Fjord, der sich von hier aus 15 km bis zur Tasmansee erstreckt. Leider wurde er vom Gletschereis nicht gerade geformt, so sieht man den Fjord nur bis zur ersten Krümmung. Felswände steigen bis zu 1200 m hoch aus dem Wasser. Der höchste Gipfel ist der Mitre Peak (1692 m), der sich nach ein paar Stunden, als wir zurückfahren wollten, auch mal von seinen Wolken trennen konnte. 😉

Vom Aussichtspunkt aus gingen wir zum Milford Sound Visitor’s Center. Hier ist der Startpunkt um den Milford Sound per Schiff oder Kanu zu besichtigen. Was wir gemacht haben brauchen wir wohl hier nicht mehr schreiben. Wir mussten die Ausgaben in Neuseeland so gering wie möglich halten. 😉

Nach ein paar Stunden erkunden und das schöne Wetter genießen machten wir uns auf den Rückweg. Wir sahen noch die teuerste Tankstelle Neuseelands. Dies ist eine Notfall Tankstelle, die nur von Schludris genutzt wird. 😉 Bevor man zum Milford Sound aufbricht sollte man seinen Tank in Te Anau auffüllen. Der Hin- und Rückweg sind 234 km.

Das UNESCO Weltnaturerbe im Fiordland-Nationalpark ist auf jeden Fall eine Reise wert. Uns hat am besten der Weg zum Ziel gefallen und würden uns das nächste Mal auch länger hier aufhalten wollen. Wenn das Wetter mitspielt ist es natürlich um so schöner. Aber dies kann sich in dieser Region häufig ändern und lässt sich nie genau vorhersagen. Wir raten früh zum Milford Sound zu starten um genügend Zeit für alles zu haben und nicht stressen zu müssen. Als wir die vielen Bustouren sahen, die teilweise von Queenstown kamen, taten uns sogar die Touris leid. Stopp – 5 min Fotopause – weiter – stopp – 5 min Fotopause – weiter -… 🙁 Wer sich vorne am Milford Sound länger aufhalten möchte kann auch den dortigen Campingplatz aufsuchen. Leider gibt es dort keine Stellplätze für low budget Reisende.

Als wir gegen späten Nachmittag den Milford Sound Highway verließen, fuhren wir von Te Anau aus weiter Richtung Süden. Ein wenig abseits vom Highway 99 suchten wir einen Stellplatz am Lake Monowai auf. Keine gute Idee, wir stellten uns einen schönen Stellplatz am See vor und mussten sogar noch die letzten 10 km über eine Schotterpiste rattern. Erstens sahen wir vom Stellplatz aus keinen See und zweitens konnten wir uns nicht den Blutsaugenden Sandfliegen aussetzen. Also harrten wir bis morgens im Camper aus und fuhren bei den ersten Sonnenstrahlen zurück zum Highway.

Unsere Morgentoilette erledigten wir in der Nähe des Ortes Clifden. An einer historischen Brücke über den Waiau River, der Clifden Suspension Bridge, frühstückten wir und starteten gaaannnzzz langsam in den Tag. Ab und an müssen wir ja unsere große Freiheit, tun und lassen zu können was wir wollen, richtig ausnutzen. 😉 Wenn wir an unseren Alltag früher denken, lernen wir unser Glück, so reisen zu können, immer wieder neu zu schätzen.

Das Highlight an diesem morgen war aber nicht die 111 m lange Hängebrücke, sondern Claudia, die uns ganz zufällig an der Brücke fand (3.Treffen). Sie wollte sich dieses Highlight Neuseelands nicht entgehen lassen und sich nur kurz die Brücke anschauen. Auf einmal stand sie vor unserem Camper. Wir quatschten und tauschten unsere Erlebnisse der letzten Wochen aus. Neuseeland ist wirklich klein. 🙂

Gegen Nachmittag musste jeder aufbrechen, es mussten noch ein paar Kilometer abgespult werden. Wir kamen aber nicht weit. Die nächste Sparks Telefonzelle war einfach zu anziehend. Nach ein paar Stunden im World Wide Web fuhren wir noch bis zur Küste, der Te Waewae Bay. Dort fanden wir einen der besten Stellplätze Neuseelands. Er ist direkt am Meer und wir hatten eine herrliche Aussicht aus dem Fenster. Dem Platz vorgelagert ist die kleine Monkey Island. Eine wirklich, wirklich kleine Insel 100 m vor der Küste. Sie ist bei Ebbe zu Fuß zu erreichen.

Der Freedom Campingplatz war einfach der Hammer und wir konnten uns erst nach drei Nächten davon verabschieden. Wir liefen am Strand auf und ab, schauten uns die super Sonnenuntergänge an und badeten im super warmen Meer. 😉 Schön wär’s gewesen.

Erlebt: November 2015

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