Winter, Sonne, Strand und Meer

Categories: 29_Brasilien
Published on: 29. Januar 2017

Gastbeitrag von Marina & Michael

Auf zum Strand und ans Meer! Wir landeten abends, 1600 km nördlich von Rio de Janeiro, in Salvador de Bahia (350R$/97€/2P). Im Dunkeln fuhren wir mit dem Stadtbus bis zu unserer Haltestelle in der Nähe unseres Hostels Villa da Paciencia (6,6R$/2€/2P). Dieses nutzten wir nur für eine Nacht, da wir von Salvador aus mit einem Mietauto weiter fuhren. Wir wussten, dass wir nach unserer Autorundreise noch zwei Nächte in Salvador verbringen würden. Somit reservierten wir im Hostel bereits im Voraus unsere Zimmer für diese Tage. Daher ließen wir auch schon ein wenig Gepäck hier, unser Auto war nämlich nicht gerade das Größte. Je weniger wir mit uns rumschleppen mussten, umso besser war es.

Am nächsten Tag ging es los. Lisa und Jörn organisierten das Auto, in der Nähe unseres Hostels, bei Localiza (584R$/162€/4P/7T). Als wir den Flitzer vollgepackt hatten machten wir noch einen Zwischenstopp im Supermarkt. Man weiß ja nie. 😉 Dann fuhren wir durch die Stadt zum Hafen. Es gibt zwei Wege aus der Stadt Richtung Süden zu gelangen. Einmal die Autofähre, die etwa eine Stunde auf die andere Seite der Meeresbucht nach Bom Despacho braucht oder man nimmt die Autobahn, die 130 km um die Bucht führt. Wir nahmen die Fähre (77R$/21€/4P&Auto).

Polizeikontrolle 😉

Kaum waren wir die ersten paar Kilometer unterwegs, machten wir auch schon Bekanntschaft mit der örtlichen Policia. Mehrmals kamen uns zwar Autos entgegen, die uns freundlich aufblendeten, was aber genau bei uns falsch sein sollte wussten wir aber nicht. Das wollte uns der nette Polizist gleich erklären, das einzige Problem hierbei war die Verständigung. Jörns Spanischkenntnisse brachten ihn hier überhaupt nicht weiter, da in Brasilien Portugiesisch gesprochen wird. Auch mit Englisch kam er überhaupt nicht zum Ziel. Also klärten die zwei alles mit Händen und Füßen und nach einiger Zeit hatten wir dann auch verstanden, dass tagsüber das Licht einzuschalten ist. Auf ein Strafgeld bestand der Polizist jedoch, aber hier schaffte es Jörn, wie auch immer, dass wir keine Strafe zahlen mussten und die beiden sich per Handschlag verabschiedeten. Wir denken, er war einfach nur froh, dass er wieder seine Ruhe hatte. 😉

Unseren ersten Stopp machten wir in Itacaré, ein kleines Städtchen in dem sich vor allem Surfer und Backpacker wohl fühlen. Nach einer Nacht ging es zu unserem eigentlichen Ziel. Drei Stunden weiter Richtung Süden kamen wir in Canavieiras, im Bundesstaat Bahia, an. Dem ein oder anderen dürfte dieses Städtchen sehr bekannt sein. Zumindest denen, die auf VOX schon einmal die Sendung Goodbye Deutschland verfolgten. Hier wurde nämlich über eine Auswandererfamilie berichtet, die versuchte, sich mit ihrem eigenen Restaurant ein Leben an diesem schönen Strand zu ermöglichen. Wie wir erst nach unserer Heimreise erfuhren, übernachteten wir ebenfalls bei einer Familie, welche ab und an bei der Fernsehsendung zu sehen war.

Am Strand von Canavieiras konnten wir nun richtig gut entspannen, zum einen, da hier wirklich überhaupt nichts los war und wir fast kilometerweit für uns alleine das Meer genießen konnten, und zum anderen, weil wir nach unseren Kletterstrapazen und dem Aufenthalt im Großstadtdschungel etwas Ruhe gebrauchen konnten. 😉

Die wenigen Touristen am Strand sind wohl darauf zurückzuführen, dass brasilianischer Winter war. Das entspricht einer Außentemperatur von nur ca. 25 ºC und einer Wassertemperatur von ungefähr 23 ºC. Für uns vollkommen ausreichend, scheint es den Einheimischen sowie den anderen Touristen dann wohl doch etwas zu kühl zu sein. 😉

So vertrieben wir uns die Tage meist mit einem mehrstündigen Aufenthalt am Wasser. Wenn wir mal keine Lust auf einfach nur herumliegen oder im Wasser tollen hatten, konnten wir uns aber auch mit vielen anderen Sachen die Zeit vertreiben. Marina und Michael konnten bei einem Schweizer Eidgenossen, Namens Felix, Pferde ausleihen. Felix standen leider nur drei gesunde Pferde zur Verfügung, ansonsten wären wir alle zusammen mal los geritten. So aber ritten Felix, Marina und Michael zu dritt am Strand entlang. Ein wirklich schönes Erlebnis. Er berichtete unterwegs über seine Erfahrungen als Auswanderer, was sehr interessant war.

Mit „Ösi-Andi“, den wir über unsere Vermieter kennengelernt hatten, machten wir eine Likörprobe. Andi schenkte uns seine selbst hergestellten Liköre und Schnäpse zum Probieren aus. Sie waren sehr lecker und auch manchmal ungewohnt für uns, da sie auch mal von Früchten gemacht wurden, welche wir nicht mal kannten. Kaufen mussten wir dann natürlich auch noch ein paar Stück, vor allem als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen ist so was ja immer gut geeignet.

Eine Jeep-Safari (25R$/7€/2P) konnten wir auch noch erleben, wenn auch mit einem besonderen Ende. Mit unserem Vermieter Jack hatten wir die Tour geplant. Dann musste er uns aber absagen, da sein Jeep nicht so richtig funktionieren wollte. Nach einem kurzen Werkstattaufenthalt lief dann aber alles wieder reibungslos und wir konnten auf eine schöne Sightseeing – Tour, bis an die Spitze der Halbinsel, starten. Auf dem Rückweg über den 17 km langen Strand erlebten wir dann eine böse Überraschung, erst lief der Motor nur etwas holprig, dann aber gar nicht mehr. 🙂

Noch herrschte Ebbe und Jack versuchte sein Auto so weit wie möglich vom Meer weg entfernt zu parken. Da er nicht wusste wann und ob überhaupt jemand kommen würde um sein Auto abzuschleppen oder zu reparieren, machten wir uns zu Fuß auf den Rückweg. Es waren zwar noch ein paar Kilometer, aber wir waren ja noch gut in der Übung. Auf unserem Marsch begegnete uns dann Ösi-Andi, der schon mit seinem Auto und einem Mechaniker zu Jack unterwegs war. Die Reparatur lief dann anscheinend auch richtig gut, denn ungefähr zeitgleich erreichten wir alle unser Ziel. Zur Stärkung und Belohnung gab es dann auch mal wieder unsere selbstgemachten Schwäbischen Spätzle.

Die Tage am Strand verflogen leider viel zu schnell, sodass wir uns schon wieder verabschieden mussten. Es ging zurück nach Salvador. Die Strecke von 580 km zieht sich wie Kaugummi. Wir waren den ganzen Tag, über Land- und Schnellstraßen, unterwegs. Das richtig nervige in Brasilien sind aber die tausenden Bumper in den Straßen, jeder kleine Ort hat mindestens drei Stück davon. Manchmal so hoch, dass wir jedes Mal aufsetzten. So kommt man einfach nicht voran, wenn man jeden Kilometer abbremsen muss. In Salvador hatten wir, wie bereits erwähnt, zwei weitere Übernachtungen verbracht und uns tagsüber die Stadt angeschaut.

Salvador wird als schwärzeste Stadt Brasiliens bezeichnet. Das liegt daran, dass rund 80 % seiner Einwohner afrikanische Vorfahren haben, die in der Kolonialzeit als Sklaven über den Atlantik verschifft wurden. Uns dürfte sie vor allem durch den 4:0 Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Portugal bei der letzten Weltmeisterschaft in Erinnerung sein. 😉 Vor allem für Hobbyfotografen ist Salvador total sehenswert. Die Mischung aus teils hübsch renovierten Häusern und gleichzeitig aber auch alten heruntergekommenen Ruinen stellen einen wunderschönen Kontrast dar.

Man hat an jeder Ecke ein tolles Motiv. Da die Stadt aus zwei Ebenen besteht, der Ober- und Unterstadt, wurde extra ein Aufzug errichtet, der die beiden Teile miteinander verbindet. Den Aufzug nutzten wir auch (0,3R$/0,10€/2P), denn unser Ziel war es die Altstadt, welche sich im oberen Teil befindet, zu besichtigen. Diese gehört seit 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe und ist mit ihren vielen bunten Häusern ein Highlight in der drittgrößten Stadt Brasiliens. Der Stadtteil Pelourinho liegt in der Oberstadt und ist ein Kunst- und Musikviertel. Berühmt wurde er auch durch die Musikgruppe Oludum, die für Michael Jackson das Lied „They Don’t Care About Us“ bekleidete und hier das Video dazu aufnahmen.

Viel zu schnell geht so ein Urlaub leider vorbei, nach unseren letzten Tagen in Salvador flogen wir zurück nach Sao Paulo, wo es nach einer weiteren Übernachtung für uns schon wieder hieß: Time to say Goodbye.

Lisa und Jörn brachten uns ein letztes Mal in Sao Paulo zum Flughafen und wir mussten noch einmal ca. 15 Stunden Reisezeit überstehen. Danach waren wir wieder zurück in unserer Heimat.

Es hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir sind froh, dass wir es doch innerhalb von zwei Jahren und ein paar Monaten wenigstens einmal geschafft haben, unsere Weltreisenden zu besuchen. Mal schauen wie lange die Reise noch weitergeht und ob wir uns noch ein weiteres Mal treffen. 😉

Danke für die tolle Reiseplanung!

Erlebt: August 2016

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