35 Stunden Entspannung & San Carlos de Bariloche

Categories: 31_Argentinien
Published on: 25. Juli 2017

Die längste Busfahrt unserer Reise – Patagonien – Argentinien

Von El Chaltén aus nahmen wir am nächsten Morgen den Bus zurück nach El Calafate (3,5 h). Wir hatten unsere Weiterreisetickets Richtung Norden bereits im Vorfeld gekauft (4020ARS/241€/2P). Bevor es in El Calafate aber weiter ging hatten wir noch ein bisschen Zeit. Wir freuten uns schon auf die längste Busfahrt unserer Reise und nutzten die Zeit um etwas Proviant zu besorgen.

Wir sind schon viel gewohnt. Eine lange Busfahrt macht uns mittlerweile nichts mehr aus. Aber dieses Mal war die Herausforderung 35 Stunden im Bus zu verbringen. 😉

Unser nächstes Ziel hieß nämlich Bariloche, etliche Kilometer weiter nördlich in Patagonien. Im Winter gibt es nur eine Busroute. Sie führt von El Calafate, was im Westen Argentiniens liegt, erst wieder südlich nach Rio Gallegos am Atlantik. Von dort geht es an der Küste hoch bis Comodoro Rivadavia und dann wieder komplett durchs Landesinnere zu den Anden nach Bariloche. Anstelle des direkten Weges von 1400 km, der wegen zu schlechter Straßen und Berge im Winter gesperrt ist, legten wir eine Strecke von 1900 km zurück. Da wir uns schon ein paar Tage im Voraus die Tickets besorgt hatten bekamen wir die vordersten Plätze im zweiten Stock des Doppeldeckerbusses mit super genialen Aussichten.

Wir nahmen hinter der großen Panoramascheibe Platz, machten es uns gemütlich und ab ging die Fahrt… Wir müssen sagen, die 35 Stunden gingen super schnell vorbei. Wir schliefen, chillten, hatten genügend Essen und Trinken, hörten Musik… aber vor allem der Ausblick auf die Landschaft entschädigte. Übrigens sind täglich drei Mahlzeiten im Busticket inklusive, aber leckere Snacks um bei Laune zu bleiben können nicht schaden. 😉

Gegen 22 Uhr kamen wir im Dunkeln in Bariloche an. Wir hatten im Vorfeld ein Hostel gebucht. Da leider kein Bus mehr vom Busterminal aus in die Stadt fuhr und wir uns ein teures Taxi sparen wollten liefen wir die 2,5 km zu unserem Hostel. Ein bisschen Bewegung nach 35 Stunden im Bus hat bekanntlich noch niemanden geschadet. 🙂 Angekommen kochten wir uns noch schnell eine Kleinigkeit und danach ging es ab in die Heia.

Bariloche, was eigentlich San Carlos de Bariloche heißt, liegt inmitten grüner Berglandschaften und Seen. Hier befindet sich eines der größten Skigebiete Argentiniens am Cerro Catedral.

Das Wetter am nächsten Morgen war leider nicht sehr vielversprechend. Erst wollten wir uns Fahrräder leihen um die Umgebung zu erkunden, aber dann entschieden wir uns doch fürs Wandern. Wir fuhren mit dem Stadtbus bis auf die Halbinsel Llao Llao. Nach ein paar Metern auf dem Wanderweg kamen wir an einem Arrayan Wald vorbei. Arrayan ist ein Myrtengewächs und wird als immergrüner Baum bezeichnet. Die Rinde ist glänzend, orange – zimtfarben und verschlungen. Hier wurden gerade neue Stege angelegt um die besonderen Bäume zu bewundern.

Von dort ging es weiter zum Lago Perito Moreno und an dessen Ufer entlang, bis wir am Gipfel des Berges Llao Llao (1025 m) ankamen. An den Aussichtspunkten pfiff ordentlich der Wind und Nebel lag auf den Berggipfeln. Eine dicke Wolkendecke und Regen begleitete uns schon den ganzen Tag. Vom Gipfel aus ging es jetzt nur noch bergab zurück zur Bushaltestelle.

Wir stiegen im Ortskern von Bariloche aus. Die Stadt liegt in einem Tal am Ufer des Sees Nahuel Huapi. Nach einer Besichtigung durch den Stadtkern überlegten wir uns ob wir hier erneut Ski fahren sollten. Das Skigebiet Cerro Catedral liegt in unmittelbarer Nähe. Wir hörten, dass der Schnee nicht mehr der Beste sei. So entschlossen wir uns dagegen. Wir liefen zurück zum Hostel, kochten uns was und kuschelten uns dann in unser warmes Bett.

Heute war das Wetter besser, es regnete zumindest nicht. Mit dem Stadtbus fuhren wir dieses Mal bis zum Fuße des Berges Campanario (1049 m). Im Gegensatz zu den anderen Touristen nahmen wir nicht den Sessellift, sondern liefen den Kilometer auf den Gipfel. Irgendwo beim Aufstieg bogen wir falsch ab. Irgendwie gab es überall kleine Pfade. Der Weg wurde immer schmaler. Wir kletterten und suchten uns unseren Weg durch die Bäume und das Gestrüpp bis wir wieder auf den richtigen Trail kamen. Von oben hatten wir eine herrliche Aussicht. Ringsherum waren Seen und schneebedeckte Berge. Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns wieder an den Abstieg. Der war innerhalb ein paar Minuten erledigt. Mit dem Bus ging es zurück in die Stadt.

 Unsere Pläne für die nächsten Wochen haben wir total über Bord geworfen. Wir wollten eigentlich schnell durch Patagonien reisen, da es teurer ist und wir uns eine ganze Menge für die nächsten Wochen vorgenommen hatten. Wir waren zeitlich begrenzt. In 5 Wochen hatten wir mit Freunden ein Date in Panama. Es ging uns alles viel zu schnell und so entschieden wir uns noch eine längere Zeit in Patagonien bzw. Chile zu verbringen. Patagonien gefiel uns einfach super gut, auch wenn es Winter war oder vielleicht gerade deswegen. Es war nicht viel los und alles war ziemlich relaxt. Zudem kamen wir trotz höheren Preisen in Patagonien bzw. Argentinien und Chile gut mit unserem Reisebudget zurecht. Somit war unser Ziel in den folgenden 5 Wochen nur nach Santiago de Chile zu kommen und von dort aus nach Panama zu fliegen. Super Plan, jetzt hatten wir genug Zeit um Südchile zu erkunden.

Bis bald, dann wieder mit ein paar Zeilen aus Chile. 😉

Erlebt: September 2016

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