Australiens Ostküste im (T)Raumschiff – Teil IV

Categories: 20_Australien
Published on: 12. Januar 2016

Von Dunkeld bis Melbourne (786 km)

Die letzten Kilometer in Australien sind angebrochen. Es geht zu unserem Ziel Melbourne. Auf dem Weg dahin kamen wir natürlich an der berühmtesten Straße Australiens vorbei, der B 100 oder vielmehr unter dem Namen Great Ocean Road (GOR) bekannt. Sie ist 243 km lang und führt als Panoramastraße die meiste Zeit am Indischen Ozean entlang. Da wir von Westen kamen fuhren wir die B 100, nicht wie die meisten von Torquay nach Warrnambol, sondern entgegengesetzt.

Wir ließen uns zwei Tage Zeit. Es gibt alle paar Meter Aussichtspunkte um sich die Küste und Felsformationen anzuschauen. Das bekannteste Wahrzeichen der Great Ocean Road sind die Twelve Apostles. Hierbei handelt es sich um 12 Kalksteinsäulen, die bis zu 65 m hoch, als ockerfarbene Felsen, emporragen. Mittlerweile gibt es nicht mehr alle Säulen. Die Brandung zerstört und erschafft immer wieder Neue. Sie sind echt super anzusehen. Leider stand die Sonne schlecht als wir nachmittags ankamen. Daher wäre ein Besuch in den Morgenstunden besser. Als wir in die Nähe kamen erstarrten wir förmlich. Eine riesige Masse an Besuchern, vor allem Asiaten. Die Infrastruktur an den 12 Apostel ist sehr gut ausgebaut. Es gibt einen riesigen Parkplatz, ein Besucherzentrum, einen Rundwanderweg und einen Heliport für Rundflüge. Wir können den Hype, der um die 12 Apostel gemacht wird nicht ganz nachvollziehen. Es gibt etliche Sehenswürdigkeiten an der Great Ocean Road, die gleichwertig oder sogar besser sind. Da hier alles so gut ausgebaut ist konzentrieren sich die Touren auf die 12 Apostel. So hatten wir an den anderen Plätzen unsere Ruhe und konnten die Sicht genießen.

Aber zurück zu den 12 Apostel. Am Aussichtspunkt auf einem Felsvorsprung passierte es plötzlich. Jörn ließ sein Handy hinter die Stahlseil-Barriere fallen. Halsbrecherisch stieg er über die Absperrung und holte es von der Felskante. Puhhh, ein falscher Schritt….

Uns gefielen die Punkte: Bay of Islands, London Bridge und The Arch auch sehr gut. Die Bay of Islands ist ein 32 km langes Küstenschutzgebiet mit mehreren Aussichtspunkten. Die London Bridge ist ein großer Felsvorsprung ins Meer, die mal aus zwei Kalksteinbögen bestand. Im Jahre 1990 stürzte der innere Bogen, die Verbindung zum Festland, ein. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwei Touristen auf dem äußeren Bogen. Sie wurden von Helikoptern gerettet. Einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. 😉

An Tag 2 machten wir einen kleinen Abstecher auf die Otway Lighthouse Road. Wir lasen, dass sich hier viele Koalas in den Baumwipfeln der Eukalyptusbäume tummeln. So hieß es nur im Schneckentempo zu fahren, die Gesichter an der Scheibe plattzudrücken und die Augen stets in die Baumkronen zu richten. Nach einer Weile wurden wir fündig. Wir schauten den zwei Koalabären beim Essen zu, soooo süß. Mit der Zeit hielten immer mehr Leute an und jeder starrte nach oben. Nach ner Zeit echt super für den Nacken. 😉

Zurück auf der GOR führte uns der Weg an der Küste entlang. Wir sahen Strände, Surfer, Cafés und allerlei schickimicki Anwesen. Am Ende der GOR kamen wir in die Stadt Geelong. Im Seebad mit kostenloser und dazu noch heißer Dusche reinigten wir uns gründlich. Das Areal ist super schön angelegt. Es gibt einen Poolbereich, der mit Netzen vom Meer abgetrennt ist. Sicher ist sicher. Nach der Dusche machten wir uns auf zu unserem Schlafplatz. Dieser wurde für die nächsten drei Tage unsere Heimat. Er liegt 50 km vor Melbourne und man darf offiziell auf dem Gelände der BP Tankstelle stehen. Zudem gibt es kostenlose, heiße Duschen, saubere Toiletten und WiFi in der Tankstelle. Wenn es denn funktioniert.

Wir verbrachten einen Tag in einer nahe gelegenen Bücherei um Internet und Strom fürs Laden zu schnorren.

Unsere letzten drei Tage in Australien verbrachten wir in Melbourne. Über die West Gate Bridge fuhren wir ins Zentrum Melbournes. Mit Hilfe von unserer WikiCamps App fanden wir einen kostenlosen Parkplatz in der Nähe. Bei unserem Spaziergang durch die Stadt sahen wir: die South Warft, die Docklands, die Flinders Street Station, den Federation Square, wo an einer Leinwand im Freien gerade ein Kinofilm gezeigt wurde, das Victorian Arts Center, die Hosierlane mit Street Art (eine Gasse voller Graffiti) und den Sofitel Tower, in dem es Toiletten mit Aussicht über die Stadt im 35. Stock gibt, aber leider waren diese gerade Under Construction. 🙁 Ein paar Schnappschüsse durften wir aber aus der Bar heraus machen. Danach ging es zur State Library of Victoria und zum Convention & Exhibition Center. Mit der kostenlosen City Circle Tram 35 fuhren wir in Richtung des Campervans. Zur Stärkung machten wir aber noch einen kurzen Stopp bei Dominos und gönnten uns eine letzte Pizza. Danach ging es wieder raus aufs Land zur BP Tankstelle.

Am nächsten Tag schauten wir uns die Umgebung Melbournes an. Erst fuhren wir eine Runde durch den Albert Park, in dem der Formel Grand Prix ausgetragen wird. Weiter ging es zum Brighton Beach, der für seine bunten Strandhütten bekannt ist und dafür oft als Fotomotiv herhalten muss. Von da aus ging unsere Stadtrundfahrt nach St. Kilda, einem Stadtteil in der Bucht von Port Phillip. Wir hatten wieder ein Date. Wir trafen Kristina und Jürgen. 🙂 Lisa und Kristina sind alte Schulfreunde und wollten sich die ganzen Jahre mal wieder treffen. Aber nie kam es zustande. Schön, dass es endlich nach sooo vielen Jahren am anderen Ende der Welt funktioniert hat. 😉

Die Freude war riesengroß und es gab viel zu erzählen. Die beiden leben seit über einem Jahr in Melbourne. Aber wenn dieser Bericht veröffentlicht wird sind sie langsam auf ihrem Weg zurück ins Siegerland. Zur Überraschung kam noch ein weiteres bekanntes Gesicht hinzu. Fabian, er war damals in der Parallelklasse, lebt zur Zeit mit seiner Freundin Celina auch in St. Kilda. Hier hat sich eine kleine Siegerländer Community angesammelt. 😉 Die Abende verbrachten wir alle gemeinsam. Es wurde lecker gekocht, Jürgen hat uns leckeres Red Curry gemacht, viel getratscht und gelacht. Die Nacht verbrachten wir bei den Beiden in der Wohnung.

Morgens nach dem Frühstück reinigten wir unseren Campervan und brachten ihn nachmittags zurück. Kristina und Jürgen boten sich an uns beim Vermieter abzuholen, super klasse. Gegen 23 Uhr brachten uns die Beiden zum Flughafen und es hieß Lebewohl zu sagen.

Nach 34 Tagen und 6586 km hatten wir unser Ziel an der Ostküste erreicht. Die Zeit verging wie im Fluge.

Wir sagen Danke zu den Beiden. Es war super euch wiederzusehen. Hoffentlich dauert unser nächstes Treffen nicht wieder so viele Jahre. :-*

Die Nacht verbrachten wir am Flughafen, mehr oder weniger schlafend. 2 ½ Monate Australien waren wieder Geschichte. Bevor wir unseren nächsten Campervan in Neuseeland abholen, gönnen wir uns erst einmal Erholung in der Südsee.

Erlebt: September 2015

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