Colca Canyon & die faszinierenden Kondore

Categories: 27_Peru
Published on: 26. Oktober 2016

Gastbeitrag von Inge & Dieter
(Lisas Eltern)

Von Huacachina bis Arequipa

In Gedanken an die schönen Erlebnisse in Huacachina fuhren wir am nächsten Tag um 12 Uhr mit dem Bus nach Nazca, wo wir gegen 15 Uhr ankamen (20PEN/5€/2P). Wir hatten uns entschieden, die Scharrbilder von Nazca (Nazca-Linien) nicht anzusehen und sind mit unserem Gepäck direkt zum Bus-Terminal gelaufen, um dort unsere Koffer und Rucksäcke für den Nachmittag zu deponieren.

Unser nächstes Ziel war die Stadt Arequipa, wo uns der Nachtbus in ca. 10 Stunden Fahrzeit hinbringen sollte (140PEN/38€/2P). Doch zuvor hatten wir noch ein paar Stunden Zeit in Nazca und haben uns erst einmal mit Kuchen und Eis gestärkt. 😉 Anschließend sind wir noch durch den Ort gebummelt.

Um 23:30 Uhr startete dann unsere Nachtfahrt nach Arequipa in einem modernen, bequemen Reisebus. Morgens am Ziel angekommen machten wir uns sofort auf die Suche nach einer Unterkunft. Nach einiger Zeit fanden wir ein schönes Hostel und beschlossen, den Rest des Tages zu relaxen.

Gut ausgeruht begann der nächste Morgen mit einem leckeren Frühstück im Hostel. Heute stand das Erkunden der Stadt auf unserem Plan. Arequipa, auch die „weiße Stadt“ genannt, ist mit ca. 845.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Perus. Sie liegt auf über 2300 m Höhe.

Unser Hostel lag so zentral, dass wir zu Fuß in ein paar Minuten den Plaza de Armas erreichten. Er bildet den Mittelpunkt der Stadt und ist umgeben von wunderschönen Bauten im Kolonialstil. Hier kann man gemütlich auf Bänken sitzen und die vielen Menschen und Tauben beobachten, die sich am Brunnen tummeln. Abends ist der Platz wunderschön beleuchtet.

Herausragend ist die Kathedrale von Arequipa. Sie gilt als einzigartig in Peru, da sie die gesamte Seite des Plaza de Armas einnimmt. Leider war die Kathedrale an diesem Tag nicht zu besichtigen. Weiter liefen wir durch die zahlreichen Gassen von Arequipa, vorbei an Geschäften und einem schön angelegten Park. Damit Lisa beim Laufen keine nassen Füße mehr bekommt, ersetzen wir ihre durchlöcherten Schuhe durch ein paar Neue!!

Lisa und Jörn führten uns zu einem genialen Aussichtspunkt, dem Mirador de Yanahuara, ca. 20 Minuten vom Zentrum der Stadt entfernt. Von hier hatten wir einen außergewöhnlich schönen Blick auf Arequipa und den Vulkan Misti. Der Mirador de Yanahuara wurde im neunzehnten Jahrhundert erbaut und besteht aus einer Reihe von Bögen. Auf dem Hauptplatz befindet sich eine Kirche, die 1750 erbaut wurde. Sie beeindruckt durch eine schmucke Barockfassade. Zum Ausruhen gibt es einen kleinen Park mit Bänken. Müde vom Laufen und hungrig liefen wir zurück in die Stadt und beschlossen, den Tag bei einer guten Pizza ausklingen zu lassen.

Herzlichen Glückwunsch liebe Lisa, heute feiern wir deinen Geburtstag. Wir haben Lisa natürlich ein Geburtstagslied gesungen und freuten uns total, an ihrem Geburtstag dabei zu sein. An diesem Morgen gab es einen besonders schön gedeckten Frühstückstisch mit Kerzen, Kuchen und Geschenken, so wie es sich am Geburtstag gehört. 🙂

Doch schon bald ging es los! Wir hatten eine Zweitagestour ins Colca-Tal (Colca Canyon) gebucht (Tour 120PEN/322P & Eintritt 140PEN/2P). Wir packten alles Nötige für eine Nacht in unsere kleinen Rucksäcke und wurden um 10 Uhr von einem Kleinbus abgeholt, der uns in 4 Stunden nach Chivay brachte. Chivay ist eine Stadt im Colca-Tal mit 5000 Einwohnern und liegt 3650 m hoch.

Es war eine interessante und kurvenreiche Fahrt vorbei an schönen Aussichten und einer Alpaka-Herde, die wir uns aus nächster Nähe ansehen und fotografieren konnten. Alpakas sind ganz hübsche und kuschelige Tiere, vor allem die Babys. :-*

Wir überquerten einen Pass, das war auch der höchste Punkt unserer Reise, von 4910 m. Hier hieß es aussteigen und Bilder machen. Aber es war ein eigenartiges Gefühl sich in dieser Höhe zu bewegen. Wir verspürten leichten Schwindel und bei schnellen Bewegungen ein Druckgefühl im Brustkorb. Bevor die Fahrt wieder abwärts ging, machte der Busfahrer an einem kleinen Gasthof halt, wo wir alle einen Koka-Tee getrunken haben. Koka-Tee ist ein gutes Hausmittel gegen die Höhenkrankheit.

Nun ging es wieder abwärts und es war Zeit zum Mittagessen. Anschließend fuhren wir weiter zu unserem Hostel in Chivay. Auf dem Tagesprogramm stand noch eine Fahrt zu den Thermalquellen. Wir haben aber nicht darin gebadet, sondern einen schönen Spaziergang gemacht. Abends bestand das Angebot, einen Folklore-Abend mit anschließendem Abendessen zu besuchen.

Die Nacht war kurz, denn am nächsten Morgen gab es schon um 5:30 Uhr Frühstück. Auf dem Programm stand heute das Colca-Tal bzw. das Tal der Kondore. Das Tal ist der schönste und interessanteste Anziehungspunkt in der Umgebung von Arequipa. Es ist Teil des Gebirgszuges der Anden und zählt zu den tiefsten Canyons der Welt.

Um 6:15 Uhr holte uns der Busfahrer ab und los ging unsere Fahrt in der Hoffnung, Kondore sehen und beobachten zu können. Die größte Wahrscheinlichkeit sie zu sehen liegt zwischen 8 und 10:30 Uhr morgens. Zuvor machten wir einen kurzen Stopp in Yanque, einem sehr kleinen Ort, der auf dem Weg zum Aussichtspunkt der Kondore lag. In der Mitte des Ortes befand sich eine Kirche. Auf dem Platz davor gab es viele Verkaufsstände und Peruaner, die sich für Fotos mit ihren Tieren anboten. An diesem Morgen tanzten traditionell gekleidete Mädchen auf der Straße.

Weiter ging die kurvenreiche Fahrt und wir hatten herrliche Aussichten auf riesige von Hand angelegte Terrassen, die bereits hunderte von Jahren alt sind. Die Terrassen wurden und werden heute immer noch intensiv landwirtschaftlich genutzt um Mais, Kartoffeln, Bohnen und Obst anzubauen. Immer wieder hielt unser Busfahrer an Aussichtspunkten an, damit wir die einmalige Natur genießen konnten. Auch hier gab es wieder Möglichkeiten, sich mit Alpakas und Lamas fotografieren zu lassen, oder Souvenirs zu kaufen.

Endlich erreichten wir unser Ziel, die Aussichtsterrassen beim Kreuz des Kondors, Mirador la Cruz del Condor!

Von hier hatten wir eine super Aussicht in den Colca-Canyon. Es waren für uns überwältigende Eindrücke. Die Anden-Kondore haben sich diesen Ort ausgesucht um zu brüten und sich von den immensen Aufwinden in der Schlucht tragen zu lassen. Wir haben uns sagen lassen, dass die Flügelspannweite des Kondors über drei Meter erreicht und sie bis zu 15 kg wiegen.

Doch an diesem Morgen ließen die Kondore leider auf sich warten. Viele der wartenden Touristen packten nach einiger Zeit ihren Fotoapparat wieder ein und gingen. Wir hielten noch ein wenig aus, jedoch ohne Erfolg und gingen enttäuscht zum Bus. Doch dann, es war unglaublich, wie aus dem Nichts schwebten plötzlich fünf Kondore in der Luft. Es war ein unvergessliches Erlebnis für uns. Das lange Warten hatte sich gelohnt.

Mit den wunderschönen Erlebnissen im Gepäck fuhren wir zurück, ins 200 km entfernte Arequipa, in unser Hostel. Hier packten wir unsere Koffer und fuhren zum Busterminal, denn um 20:45 Uhr ging unsere Reise weiter. In einem Komfortbus, Cama Sitze 160°und gemütlicher Beinfreiheit, starteten wir in die Nacht (120PEN/32€/2P). Unser nächster Stopp hieß Cusco.

Erlebt: April 2016

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