Let’s go camping – Neuseeland – Teil II

Categories: 22_Neuseeland
Published on: 25. Februar 2016

Die Nordinsel: Auckland bis zum Tongariro Nationalpark (900 km)

Die nächsten Tage brachten uns nach Coromandel und die Umgebung. Coromandel ist eine Halbinsel zwischen dem Hauraki Golf und dem Pazifik. Ein Highlight ist die Küstenstraße nach Coromandel Town und die kurvenreiche Straße durch die Berge. Hinter jeder Kurve warteten neue Aussichten auf uns. An der Küste sahen wir schöne Buchten und von den Bergen aus viele kleine Inseln im Meer.

Nach endlosen Serpentinen, bergauf und bergab, kamen wir an den Hot Water Beach. Wir hatten leider Pech. Normalerweise kann man sich hier zwei Stunden vor und nach Ebbe am Strand ein Loch graben und hineinlegen. Der Grund dafür sind Quellen, die heißes Wasser durch den Sand an die Oberfläche drücken. Wir mussten auf unser persönliches Thermalbad verzichten. 🙁 Wir waren zur falschen Zeit hier. Überall war Meerwasser und keiner schaufelte, die Flut war schon seit einigen Stunden zurückgekommen.

Weiter ging es in die Stadt Tauranga und den Vorort Mount Maunganui. Dort bestiegen wir zuerst, sportlich wie wir sind, den Berg Mauao (Mt. Maunganui), der am Ende der Halbinsel 232 m in den Himmel ragt. Während dem Aufstieg und auf dem Gipfel hatten wir grandiose Ausblicke auf die Stadt, den Hafen, das Meer und die Strände. Über kleine Pfade und durch Schafherden hindurch gelangten wir zurück zur Promenade.
Der Ort Mt. Maunganui liegt in der Region Bay of Plenty und ist in der Surferszene eine gute Adresse. Wir fühlten uns ein wenig wie in einem Touriort am Meer. Es fehlten nur noch die Sonnenschirme, Strandtücher und Luftmatratzen. Ein paar noble Luxusappartements sind jedenfalls schon vorhanden. Trotzdem ist es ein schönes Fleckchen in Neuseeland und einen Besuch wert. Uns hat es super gefallen.

Danach ging es von der Ostküste durchs Inland an die Westküste. Erstes Highlight war die Stadt Rotorua. Dort gibt es Geysire und heiße Quellen. Was einem Besucher direkt in die Nase steigt ist der beißende Schwefelgeruch. Es riecht einfach überall nach faulen Eiern. Mit dem nötigen Kleingeld kann man es sich hier natürlich in einem schicken Thermalbad gut gehen lassen. Für uns blieb nur die Variante, zusehen aber nicht anfassen. Um uns den Eintritt von 51NZD/31€/p.P., was völlig überzogen ist, zu dem Te Puia Pohutu Geysir und einigen Kleineren zu sparen folgten wir einem netten Kommentar aus unserer WikiCamps App. Wir parkten in der Nähe des Geysirs auf einem Parkplatz, kletterten über einen Holzzaun, schlugen uns ein bisschen durchs Gebüsch und siehe da: Der rauchende Geysir.

Rotorua selbst schauten wir uns nur kurz mit dem Auto an und füllten unsere Ressourcen im Pac’n’Save auf. Über den Vulkanhighway SH5 ging es nach Taupo, einem richtig netten Ort am gleichnamigen See, Lake Taupo. Der See ist der größte in Neuseeland und liegt in mitten eines geothermalen Gebiets. Wir schauten uns in der Umgebung ein paar Naturschauspiele an: Die Huka Falls, hier stürzt sich Neuseelands längster Fluss (Waikato River) in die Tiefe. Die Aratiatia Rapids, an diesem Punkt öffnen sich viermal täglich die Fluttore der Staumauer und innerhalb Sekunden schießen riesige Mengen Wasser durch die kleine Waikato Schlucht. Das absolute Highlight für uns waren aber die Spa Park Hot Springs. Hier mündet ein heißer Seitenarm des Waikato River in den Fluss. Wir hatten unser kostenloses Thermalbad. Im Mündungsbereich konnten wir unsere eigene Wasserwohlfühltemperatur einstellen. 🙂 Dort läuft das heiße Wasser des Baches in das a….kalte Wasser des Waikatos. Richtig gut aufgewärmt schliefen wir in dieser Nacht sehr gut in unserem Campervan ein und die Kälte konnte uns nichts mehr anhaben.

An unserem letzten Abend trauten wir unseren Augen kaum, als plötzlich ein großer Camper am Stellplatz auf uns zu kam. Wir erkannten sie sofort, es war das holländische Pärchen welches wir auf den Cooks kennengelernt hatten. Wir wussten, dass sie auch durch Neuseeland reisen wollten und scherzten noch zusammen, dass wir uns bestimmt über den Weg laufen werden. Da sieht man mal wieder wie klein die Welt ist. 😉 Wir verbrachten einen gemütlichen Abend bei Wein und Bier in ihrem Camper, welchen sie sich mit seiner Schwester und Schwager teilten. Wir sagen DANKE für diesen super netten Abend und hoffen das wir uns irgendwann mal wieder sehen.

Am nächsten Tag stand wandern auf dem Programm. Das berühmte Tongariro Alpine Crossing im Tongariro Nationalpark wartete auf unsere Beine. Die Wanderung gehört zu den Great Walks in Neuseeland und die Überquerung ist an einem Tag machbar. Natürlich kann man sich hier auch austoben und eine 3-4 Tageswanderung angehen. Dann übernachtet man in Hütten, die nach jeder Tagesetappe auf einen warten. Ein Bett in der Hütte muss vorgebucht werden und kostet ca. 30NZD/18€/p.P.. Für Buchungen und auch sonstige Infos zu den neuseeländischen Nationalparks sind üblicherweise die DOC Büros zuständig (Department of Conservation). Man findet sie meistens zusammen mit dem Informationscenter (i-Site) in jedem größeren Ort.

Wir entschieden uns für die Tagesetappe bzw. die Überquerung des Tongariro Gebirges. Da man aber von Punkt A zu Punkt B läuft und nicht wieder zu A zurückkehrt braucht man einen Shuttle Service zurück zum Parkplatz. Als wir hörten, dass der Bus 30NZD/18€/p.P. kostet entschieden wir uns um und liefen wieder zum Startpunkt zurück, also von A nach A. 😉

Wir starteten am Mangatepopo Parkplatz. Von hier aus soll man schneller ins Gebirge kommen und die schöneren Aussichten haben als wenn man am Ketetahi Parkplatz startet. Wir kamen am Mt. Ngauruhoe (2287 m) und dem Mt. Tongariro (1967 m) vorbei. Letzteren konnten wir wegen des aufsteigenden Nebels leider nicht ganz sehen.

Der Mt. Ngauruhoe ist ein konischer Vulkan mit einem Krater. Am Kraterrand war er noch schneebedeckt. Berühmt wurde der Berg durch die Herr der Ringe Trilogie, wo er als Schicksalsberg groß zu sehen ist. In Neuseeland kamen wir öfters an Schauplätzen des Films vorbei.

Der Nebel und die Tatsache, dass wir keine Aussicht mehr hatten brachte uns dazu, nach ca. 3 h, kurz vor dem Red Crater (1886 m) umzukehren. Hinzu kam auch noch unsere nicht ganz auskurierte Erkältung, die wir seit zwei Wochen mit uns herumschleppten.

Während des Abstiegs lernten wir Claudia und Ueli kennen. Beide haben ihre Jobs gekündigt und genießen ihre Auszeit. Sie reisen einmal um die Welt. Als wir uns am Parkplatz von ihnen verabschiedeten wussten wir noch nicht, dass wir uns bald wiedersehen werden.

Die sechsstündige Wanderung können wir jedem empfehlen. Wir sahen schöne schroffe Natur, Vulkankegel und sind durch einen Vulkankrater gewandert. Wenn das Wetter mitgespielt hätte wären wir auf jeden Fall bis zu den Emerald Lakes, unserem Ziel, gelaufen. Die leuchtend smaragdgrünen Seen gehören zu den Highlights der Tongariro Überquerung.

Wir sagen immer: „Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man.“ 🙂

Erlebt: Oktober 2015

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