Tibet – Das Dach der Welt

Published on: 10. November 2014

Jetzt geht’s endlich los. Nach vielen Mails in der Planungsphase mit den Angestellten des Mix-Hostels in Chengdu, die uns den Tibet-Trip (Guide, Genehmigungen, Minibus, Fahrer für 261,28€ p.P.) organisiert haben, stehen wir nun in Chengdu am Hauptbahnhof und warten auf den Zug, die Lhasabahn. Die höchste Eisenbahn der Welt wird uns in den nächsten 2 Tagen nach Lhasa bringen, die Hauptstadt Tibets. Dort werden wir am Bahnhof auf unsere Reisegruppe und den Guide treffen. Ohne ihn darf man sich in Tibet nicht bewegen. Wir sind gespannt wie genau dies gehandhabt wird und wie gut die chinesische Polizei aufpasst. Unsere Gruppe besteht aus 10 Personen inkl. Guide und Fahrer. Sie wurde vom Hostel zusammengestellt um Kosten zu sparen, was sehr gut für unser Reisebudget ist.
Um 20:45 fuhren wir mit dem Zug T22 in Chengdu ab (1460rmb/187,18€/2P). Die Tickets haben wir ebenfalls, wie schon zuvor in Beiträgen erwähnt, auf der Internetseite von ctrip.com gekauft. In einem 6er Abteil wurden uns zwei Betten reserviert, unten am Fenster und ganz oben unter dem Dach. Das untere Bett ist für diese Fahrt sehr praktisch da wir an einem Tisch sitzen und uns die vorbeiziehende Landschaft anschauen können. Das Obere wird wie so oft von Jörn genutzt. Er ist ja fit und kann natürlich die paar Meter unters Dach klettern. 😉

Ebenfalls in unserem Waggon befand sich Alex, ein Engländer den wir im Mix-Hostel kennengelernt hatten. Er schlief mit uns im 4er Dorm und es stellte sich heraus dass er auch zur Tibet-Gruppe gehört. Später in Lhasa stellten wir fest das noch ein belgisches Pärchen, die sich für zwei Tage nur Sitzplätze gönnten (richtig low budget) und zu der Gruppe gehörten, im Zug befanden. Die Zugbegleiterin brachte uns noch das „Passenger Health Declaration Form“ zum Ausfüllen. Ein Formular auf dem wir bestätigten für unsere Gesundheit selbst verantwortlich zu sein. Das war in einem chinesischen Zug neu für uns, aber somit wussten wir das es über den 5072 m hohen Tanggula-Pass geht und damit nicht zu spaßen ist. Aber spätestens als wir die Sauerstoffanschlüsse an jeder Liege sahen war uns klar, wir reisen wirklich mit der höchsten Eisenbahn der Welt. 😉

Da die Sonne schon untergegangen war als wir losfuhren gab es nichts außerhalb des Zugs zu entdecken. Somit waren wir auf den nächsten Morgen gespannt. Die Landschaft die wir dann sahen erinnerte uns stark an die Mongolei. Zu Beginn sahen wir eine bergige Landschaft mit Dörfern und Feldern. Nach und nach kam die Weite der Steppen. Das Hochland näherte sich allmählich. In der Stadt Golmud beginnt die Hochgebirgsstrecke. Am Scheitelpunkt der Strecke, dem Tanggula-Pass erreichten wir das Autonome Gebiet Tibet. Dort passiert man auch den höchsten Tunnel und den höchsten Bahnhof der Welt. Leider fuhren wir in der Dunkelheit diesen Streckenabschnitt, aber Jörn wusste morgens um 5 Uhr direkt das wir ganz oben sein müssen. Er wurde nachts immer mal wieder mit leichten Kopfschmerzen wach. Doch um diese Uhrzeit machte er kein Auge mehr zu. Sein Kopf dröhnte und drohte zu platzen. 😉 So starke Kopfschmerzen hatte er schon lange nicht mehr. Das ist das erste Anzeichen der Höhenkrankheit. Lisa dagegen merkte nichts davon. Als es langsam hell wurde sahen wir noch andere Passagiere im Waggon, die ebenfalls stark auf die Höhe reagierten. Zu diesem Zeitpunkt fuhr der Zug aber wieder Meter für Meter Richtung Tal. Langsam erreichten wir über die tibetische Hochebene die Stadt Lhasa auf 3641 m. Die Kopfschmerzen waren wieder verschwunden und wir gingen durch die Passkontrolle.

Am Ausgang des Bahnhofs wartete auch schon der Rest der Gruppe und der Guide auf uns. Sie trafen mit einem Zug früher in Lhasa ein. Somit war unsere Gruppe komplett, Alex aus England, Bryce aus den USA, Antoinette und Jean aus Belgien und aus Italien Lola und Ivana. Mit dem Guide und dem Fahrer ging es in das Barkhor Viertel, das heute noch das religiöse Zentrum der Altstadt rund um den Jokhang Tempel bildet. Ganz in der Nähe bezogen wir unser einfaches aber schönes Gästehaus für die nächsten drei Nächte.

Erlebt: Oktober 2014
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