Insel Chiloe – Natur pur

Categories: 32_Chile
Published on: 4. August 2017

Unterwegs in Südchile

Die letzte Zeit wurde uns immer wieder von verschiedenen Leuten, die wir unterwegs kennenlernten, von der Insel Chiloe vorgeschwärmt. Es hörte sich so gut an, dass wir beschlossen uns ein Auto zu mieten um die Insel zu besuchen. Wir klapperten ein paar Autovermieter ab und buchten das günstigste Angebot (60000CLP/80€/3T). Für die nächsten vier Tage hatten wir einen fahrbaren Untersatz. Wir packten das Nötigste ein. Den Rest ließen wir im Hostel.

Am Morgen an dem wir das Auto abholen wollten schüttete es wie aus Eimern. Zu Warten half nichts. Wir liefen die zwei Blocks zum Vermieter. Kurzer Check des Autos und wir waren durchgeweicht. Zurück am Hostel verstauten wir alles im Auto und ab ging es… Oder doch nicht? Es sprang nicht mehr an. Na toll, super Start. Jörn lief schnell zum Vermieter zurück. Nach ein paar Minuten kam er und überbrückte unser Auto. Jetzt hieß es Daumen drücken. 😉

Es ging auf den Highway Richtung Süden. 190 km lagen heute vor uns. Nach 75 km kamen wir an den Hafen in Pargua. Hier trennt der Kanal von Chacao die Insel vom Festland. Mit der Autofähre (11800CLP/16€/2P) ging es rüber auf die Insel Chiloe.

Die Insel ist 180 km lang und 50 km breit. Sie besteht aus mehreren kleinen Inseln. Es regnet ziemlich viel auf Chiloe, so auch zu unser Zeit. Aber wir machten wie immer das Beste daraus und ließen uns nicht aufhalten. Da es sehr nass ist, ist die Insel sehr grün und fruchtbar. Uns hat sie direkt an Neuseeland erinnert. Bekannt ist Chiloe auch für den Nationalpark Chiloe und die vielen Holzkirchen, die seit dem Jahr 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe gehören.

Auf der anderen Seite angekommen fuhren wir in die nächst größere Stadt nach Ancud. Im Tourismusbüro besorgten wir uns erst einmal ein paar Informationen und eine Karte. Danach setzten wir unsere Fahrt fort. Castro, die größte Stadt Chiloes, war unser heutiges Tagesziel. Bevor wir uns eine Unterkunft suchten fuhren wir in Castro noch auf einen Berg um Aussicht auf die Stadt zu haben. Danach kamen wir an den berühmten Stelzenhäusern, den sogenannten Palafitos, vorbei. Wenn es nicht regnet spiegeln sie sich schön im Wasser. Dann ging es zur Unterkunft, die wir uns vorher im Internet herausgeschrieben hatten. Sie war einfach und familiär. Wir gingen schnell was einkaufen, kochten und verbrachten den Abend am warmen Holzofen.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Dalcahue und setzen mit einer kleinen Fähre auf die Nachbarinsel Quinchao über (3000CLP/4€/round trip). Der Weg war das Ziel. Heute war zwar immer noch alles grau in grau aber es regnete nicht mehr. Auf unserem Weg kamen wir immer an kleinen Orten mit ihren bekannten Holzkirchen vorbei. Die grüne hügelige Landschaft erinnerte uns einfach wieder extrem an Neuseeland. Am Ende der Insel angekommen machten wir kehrt und fuhren wieder zurück nach Castro. Dort schauten wir uns noch zu Fuß die Stadt an und probierten inseltypische Kaffeestickcher. Heute hatten wir Pech mit den Stelzenhäusern. Es war Ebbe und kaum noch Wasser vorhanden. 🙂

Nach einer weiteren Nacht fuhren wir morgens Richtung Süden zum wunderschönen El Muelle de las Almas. Wir hatten super Wetter und fuhren lange am Lago Huilinco vorbei bis wir im kleinen Ort Cucao ankamen. Von dort aus ging es über Sand und Schotterpisten weiter. Die Straße wurde immer abenteuerlicher. Es ging steil bergauf und wieder bergab. Die Landschaft war genial. Irgendwann waren wir uns nicht mehr sicher ob wir noch weiter fahren sollten. Aber mit Jörns Offroadtalent schafften wir es fast bis zu unserem Ziel. Ein Wasserloch hielt uns davon ab die letzten 100 m bis zum Eingang zu fahren. So parkten wir am Wegesrand. Wir mussten sowieso die letzten 2,5 km wandern.

Es ging durch eine saftig grüne Hügellandschaft. Nach der Hälfte erreichten wir ein Haus. Hier mussten wir Eintritt bezahlen da der restliche Weg über privates Eigentum geht. Wir hatten es leider nicht passend und nur einen größeren Schein dabei. Den konnte uns der Kassierer leider nicht wechseln und so sammelten wir unser Kleingeld zusammen und er war glücklich mit dem was wir ihm geben konnten (normal 3000CLP/4€/2P). 😉

Angekommen erwartete uns ein Steg der in den Himmel zu führen scheint. Vor uns lag das offene Meer. Der Ort war magisch. Wir genossen eine ganze Weile diese Stimmung. Ein Künstler installierte den Steg und es gibt eine mystische Geschichte dazu. Die indigene Bevölkerung Chiles glaubt, dass man hier als Verstorbener auf den Bootsmann Tempilcahue trifft, der die Seele zur ewigen, glücklichen und friedlichen Ruhestätte ans andere Ufer transportiert.

Zurück fuhren wir in den Norden der Insel nach Ancud. Wir waren schon relativ spät dran. So konnten wir uns Ancud und die Umgebung nur kurz anschauen. Es ging zu einem Aussichtspunkt am Meer bevor wir uns auf die Suche nach einem Hostel machten. Das ausgewählte Hostel hatte einen „Wintergarten“ in den gerade die untergehende Sonne schien. Der Raum wurde extrem aufgewärmt. Wir genossen die Aussicht aufs Meer, den schönen Sonnenuntergang und die Wärme im Raum. 😉

Unser letzter Tag auf der Insel war angebrochen. Wir mussten schon zeitig los. Von Ancud aus ging es die letzten Kilometer bis zum Hafen. Mit der Autofähre setzten wir aufs Festland über. Danach machten wir einen Abstecher nach Puerto Montt. Wir fuhren zu einem Aussichtspunkt von dem wir eine gute Sicht über die Stadt hatten. Hier beginnt die bekannte Carretera Austral/Ruta 7. Sie ist 1350 km lang und führt bis nach Villa O‘ Higgins weiter im Süden. Dies Route soll landschaftlich sehr reizvoll sein. Nur ein kleiner Teil von ihr ist ausgebaut. Die restlichen 935 Kilometer sollen in den nächsten 25 – 30 Jahren fertig gestellt werden. 😉 Wegen des von Fjorden zerklüfteten Terrains sind 9 Fährverbindungen geplant.

Von Puerto Montt ging es die letzten Kilometer zurück nach Puerto Varas. Wir luden unser Gepäck im Hostel ab. Dann mussten wir uns von unserem treuen Begleiter der letzten Tage verabschieden. Die Batterie machte uns keine Probleme mehr in den Tagen. Eigentlich wollten wir noch ein paar Nächte im Hostel bleiben, da ein Feiertag vor der Tür stand war es aber leider ausgebucht. So packten wir unsere sieben Sachen. Bevor wir aufbrachen wurden wir noch zu einem Babecue eingeladen das von der Sprachschule des Hostels veranstaltet wurde. Danach liefen wir zum Busbahnhof. Was unser nächstes Etappenziel war erfährst du im folgenden Beitrag. 😉

 Erlebt: September 2016

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